Auch der Weg über Tradition und Geschichte kann ins freie Sticken führen. Jedes Land dieser Erde hat eigene Sticktechniken entwickelt und es ist überaus spannend zu erforschen, ob und wie diese Techniken weiterentwickelt wurden - und noch werden können.
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"Mich wolle Sie sticke?" rief die Mainzer Komikerin Hildegard Bachmann aus, nachdem sie sich von ihrem Lachkrampf erholt hatte. "Da brauche Se aber viiiiiel Garn!"
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Darüber hinaus können auch Techniken aus dem Bereich des gezählten Stickens ein Ausgangspunkt für freies Arbeiten sein. Man denke nur an "Crazy Kanvas", wo auf grober Leinwand klassische Stiche mit experimentellen Gestaltungen, Perlen, Knüpfen, Filzen usw. ganz kreativ kombiniert werden können. Oder an "Blackwork", diese ursprünglich sehr strenge (und doch wunderschöne!) Kombination aus schwarzen Stichelementen, die heute in der modernen Schwarzstickerei wie Bleistiftskizzen oder Kohlezeichnungen eingesetzt werden kann, oder sogar - wie links im Bild - als Portrait.
Rechts sehen Sie eine Arbeit aus meiner Ausbildung, ein Ammonit, in dem fünf eigentlich ganz traditionelle Techniken angewendet wurden: Nadelspitze, Nadelweben, Hohlsaum, Ajour und Richelieu. Wie frei man diese Techniken arbeiten kann, war mir neu: es gibt mehrlagig vernetzte Nadelspitze, gebogene Hohlsäume, Richelieu-Stege mit Perlen und unregelmäßig überwebte Kettfäden, all diese Gestaltungselemente können einer Arbeit ein modernes und sogenanntes "organisches" Aussehen verleihen. Traditionelles Sticken interessiert mich also eher nur unter dem Gesichtspunkt, wie es weiterentwickelt werden kann. Wer wirklich tradtionelles Sticken als solches kennenlernen möchte, ist bei anderen Stickerinnen sicher besser beraten. Einige möchte ich Ihnen vorstellen:Frau Hedi Birtel aus Saarbrücken, Tel. 06897/64654 ist gerne bereit, ihr Wissen an Interessierte weiterzugeben. Sie hat die Richelieu-Stickerei vor beinahe 60 Jahren von Klosterschwestern in Nancy erlernt und ist DIE Spezialistin geworden. Bekannt wurde sie durch zahlreiche Fachartikel über Richelieu-Stickerei, Hedebo und Nadelspitze in der ANNA, einer Zeitschrift für tradtitionelle Sticktechniken. Es ist Frau Birtel ein Anliegen, ihr Können weiter zu geben, damit es nicht ausstirbt. Sie freut sich über Ihre/deine Kontaktaufnahme.
In allen Fragen zum gezählten Sticken, speziell auch zu Handarbeitsstoffen, ziehe ich gerne Frau Irmtraud Dreyer zu Rate. Sie hat wie ich etliche Jahre Ausbildung an der Frankfurter Stickakademie absolviert.
Bevor sie sich der kreativen Stickerei widmete, galt sie unter Handarbeitsfreunden als Spezialistin für Hardanger und hat ca. 50 Modelle entworfen. Mehr sehen Sie unter www.handarbeit-dreyer.de

Wenn moderne Kreativ-Materialien und fundiertes Können zusammentreffen:
"Die blaue Insel" von Irmtraud Dreyer
Grundlagen der
Schwälmer Weißstickerei
von Luzine Happel. Bestellen kann man es per email an:
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Wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie selber hier nicht erwähnt sind, obwohl auch Sie eine traditionelle Technik sehr gut beherrschen und weitergeben möchten, dann schreiben Sie mir bitte eine Mail (oder Anruf geht natürlich auch), ich würde mich sehr freuen.
Weitere Techniken aus meiner Ausbildung, die eher dem gezählten Sticken zuzurechnen sind und die von mir selber unterrichtet werden
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Drache in Kanvas-Stickerei
Urwald in Crazy Kanvas |
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